Direkt zum Hauptbereich

Posts

Wenn einer eine Lesung tut oder Moderne Foltermethoden bei der Bahn

Nichts Besonderes! Nur ne Lesung! Warum ich dann dafür morgens um 03.00 Uhr nicht nur mein warmes Bett, die Nähe meiner Frau und die Tritte meiner Tochter aufgebe?  Fragen sie mich nicht. Ich weiß, ich tue instinktiv das Richtige. Also Arsch hoch, ab zum Bahnhof, der Zug fährt gleich. Und genau da werden Angststörungen meinerseits sichtbar. Seitdem mein Vater mal auf einen fahrenden Zug aufspringen wollte, habe ich panische Ängste davor, den Anschlusszug des Lebens zu verpassen. Aber das war damals und heute ist eine andere Zeit. Bereits auf dem Weg zum Bahnhof gehen meine Ängste schlafen. Ja, sie werden regelrecht betäubt, denn in der S-Bahn, die mich zum Hauptbahnhof bringt, liest so ein Typ der Marke „korpulenter Hilfsarbeiter“ eine Zeitung, und in dieser prangt in übergroßen und nicht übersehbaren Lettern ein Satz, der mich vollkommen aus der Fassung bringt. Dieser Satz wird die ganze Hinfahrt lang mein stetiger Begleiter sein. Dieser Satz. Er wird mein Leben ver...

Kein Anschluss unter diesem Leben

Manchmal werde ich gefragt, was ich denn so den lieben langen Tag machen würde, außer am Computer zu sitzen und Bücher zu schreiben. Noch nie habe ich es geschafft, auf diese Frage eine Antwort zu geben, weil mich die Frage an sich viel zu sehr beschäftigt. Diese andauernd widerkehrende Frage zeigt mir andauernd und widerkehrend auf, was für ein mittelmäßiges Durchschnittsleben ich doch inzwischen führe. Und so ein mittelmäßiges Durchschnittsleben kann schon ziemlich einsam sein. Und damit meine ich wahrlich nicht, dass ich 25 Stunden am Tag am Computer sitze, um meine Bücher für die Nachwelt zu hinterlassen und diversen Menschen mit leichter Kost an Lektüre auf den Zünder zu gehen. Nein, so ist es ja gar nicht. Ich gehe auch mal raus. Zum Beispiel mit meiner Tochter auf den Spielplatz oder auch zu diversen Elternversammlungen, aber trotzdem muss ich feststellen, dass es keinen Anschluss unter diesem Leben gibt. „Was machen sie denn beruflich?“ „Hmmm,naja, ich ähhh…schreibe Bü...

Neuligkeiten und Neuigkeiten

  Eine wunderbare Rezesion aus der Rubrik "Scheiße sein kann doch nicht alles"gibt es hier: Rezension "Märchen aus der Unterschicht" Und eine Vorausschau auf den 26.09.  Am 26.09. also um 17.00 Uhr in der Seedose in St.Pölten (Österreich)

Sehnsuchtsorte!

Seit meiner Jugend bin ich eigentlich immer gerne in den Urlaub gefahren. So ein in den Urlaub fahren war für mich in gewisser Hinsicht auch immer eine Entziehungskur vom Alltag. Also Entziehung von Stress, Entziehung von sozialen Kontakten, Entziehung von technischen Geräten. Und natürlich Entziehung auch von all dem anderen Scheiß, den man im Leben doch eigentlich gar nicht braucht und wenn er dann eben doch da ist, auch nur für Luxusprobleme sorgt.  Urlaub war und ist für mich auch meist zehn von zwölf Tagen Regenwetter. Und ich rege zu sagen, dass mir dies rein gar nichts ausmachen würde. Aber ob Regen oder nicht, in Wahrheit ist Urlaub für mich heute doch nur das Befriedigen der Sehnsucht nach Orten, die einem irgendwann mal was gegeben zu haben scheinen. Nur was, ist längst vergessen. Aber war doch mal schön da, also wieder hin da. Die Sehnsucht danach war schließlich groß genug und wann hat sich diese blöde Sehnsucht eigentlich mal getäuscht? Ich konnte mich nich...

Blind-Date mit einer Kick-Boxerin

Wir sitzen in einer Bar, irgendwo in oder bei Berlin. Du berichtest aus deinem Single-Leben und davon, wie Singles leben. Ich höre zu, sage also nichts. Und du fragst mich, wie das denn so wäre, ein Versprechen abgegeben zu haben, jeden Tag nur noch Kartoffelsuppe zum Fraß vorgesetzt zu bekommen. Woraufhin ich nur das tue, was ich nach vier Bier sowieso noch am besten kann. Ich schaue doof und sage nichts. Denn nach vier Bier etwas von mir zu geben, habe ich schon so manches Mal bereut. Aber auch nicht immer. Und du bestellst dein nächstes Bier. Möchtest mit mir anstoßen. Als erstes darauf, dass es Scheidungsrichter gibt und ich dank denen zum Glück nicht mein restliches Leben nur eine Frau lieben müsse. Der Drang, dazu etwas zu sagen, war so groß wie mein Harndrang selbst. Also ging ich pissen, kam dann wieder und meinte: "Weisst du, das stimmt gar nicht, was du sagst! Auch ich kann mehrere Frauen lieben. Erst kürzlich habe ich eine kennengelernt. Sehr süss sei sie, auch wenn ic...

Kinder in Senfsoße! Gedünstet von der Sommersonne!

Omas stehen an Gehegen im Zoo und schauen Tieren beim Fressen, ficken oder sterben zu. Oder alte Leute stehen vor Zäunen von Kindertageseinrichtungen und schauen Kindern beim sich gegenseitig die Schaufel auf den Kopf hauen, von Klettergerüsten fallen oder beim nach Mama plärren zu.  Auf dem Freigehege der Straße glotzen triebgesteuerte Männer Frauen hinterher. Frauen, die Ausschnitte viel zu tief tragen, weil viel zu tiefe Ausschnitte viel zu viele Blicke erhaschen wollen, die nicht gesund sind, denn das, was oftmals viel zu freizügig präsentiert wird, ungefähr so schön wie ein Igel aussieht, der auf der Autobahn das Tempo viel zu schnell fahrender Autos unterschätzte. Soll man dann eher für Menschen Verständis aufbringen, die dann lieber am Zaun des Freibads stehen und kleine Kinder, statt Tiere im Zoo gucken? Aber auch dort regiert Cellulite in Massen. Von Vätern und Müttern. Auch Väter und Mütter selbst in Massen im Kleinkindbecken des örtlichen Freibads. Fremde Kinder werden...

E-Book-Neuerscheinung "Das Leben ist eine Nachtzugreise"

  Ab 06.Juli gibt es bei Amazon mein neues E-Book "Das Leben ist eine Nachtzugreise" zum Download für 1,49€. Bereits vorbestellbar ist es auch: http://www.amazon.de/Das-Leben-eine-Nachtzugreise-Gedankenspiele-ebook/dp/B010CCNB8I/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1435230062&sr=8-2&keywords=torsten+siekierka Ein Ausschnitt aus dem Kapitel  "Das Atomkraftwerk und der Müll der Selbstbefriedigung!" Langsam spürte ich, dass ich Schwierigkeiten bekam, mich wachzuhalten. Immer öfter nickte ich weg, statt dem jungen, alt aussehenden Mann zuzunicken. Bemerkenswerterweise spürte ich, wie mir in meiner Müdigkeit und der Schwierigkeit mich wachzuhalten, sogar Spucke aus dem Mund lief. Franz-Josef schien das gar nicht zu merken. Der quatschte einfach immer weiter. Davon, wie es bei seiner Mama war, aber auch, wie es in der Schule so gelaufen ist. Davon, dass er heute achtzehn Jahre alt wäre und eigentlich die Schule besuchen müsste. Er ging damals...